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Neuerscheinung: Was würde Jesus tun?

 

Am 23. Februar 2021 erscheint im Styria-Verlag "Was würde Jesus tun", das gemeinsame Buch von Sozialethiker und Priester Markus Schlagnitweit und mir. Zwei Theologengenerationen - zwei Blickrichtungen auf den ewigen Anfang des Christentums.

Besprechung in der KathPress.

Rezension von Wolfgang Bögl (KMB).

Rezension von Otto Friedrich (Die Furche; Paywall).

Von Sprachlosigkeit sprechen

Nach zehn Jahren des Theologisierens an der Universität und zwei Jahren in der pädagogischen Wildbahn bot das Buchprojekt die Chance, meine Erfahrungen in Worte zu fassen. Sprachlich ringe ich mit Stummheit und Klischee. Inhaltlich werfe ich den Blick auch vor die eigene Haustür: Wir werden uns schwerlich auf weltpolitische Probleme beschränken können, solange gewisse Formen des Unrechts und der Diskriminierung innerhalb unserer eigenen Mauern vorherrschen.

Immer wieder packte mich beim Schreiben auch die Wut. Ich habe beim Überarbeiten nicht versucht, sie zu tilgen. Die Selbstverständlichkeit der Jesusgeschichten ist weg, die globalen Krisen von Pandemie bis Klimawandel sind längst keine akademischen Angelegenheiten mehr, und hier stehen wir, sprachlos, und in unseren Breiten auf dem besten Weg in die Bedeutungslosigkeit. Wir ersticken an unseren Worthülsen, finden keine grüne Sprache, die Sauerstoff erzeugt, sagen "Gnade" - und meinen "Paternalismus".

Das Gestrüpp auf kargem Boden

Während des Schreibens habe ich Bonhoeffers Briefe an Eberhard Bethge zu lesen begonnen, und das hat die Wut angefacht: Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist alles klar, die Diagnose auf dem Tisch, und der Patient am Sterben. Von Bonhoeffers Unbehagen in Kreisen, die besonders viel vom Glauben reden, bis hin zu seiner Überzeugung, dass der Mensch von heute einfach nicht mehr religiös sein kann, weil er selbst, wenn er es ist, etwas ganz anderes damit meint - all das ist nicht "eingetreten" wie ein Schicksalsschlag, sondern es ist wahr, und von der Wahrheit kann man nicht genesen. Sie befreit: Gesetzt den Fall, man versteckt sich nicht länger vor ihr im Floskelgestrüpp, das noch auf dem kargsten Boden wuchert.

Karge Böden verdecken - das bin ich leid. Jede sechzehnjährige Schülerin erkennt Unkraut als solches, und ebenso erkennt sie Land, das lebendiges Wasser tränkt. Man darf dem Urteil der Menschen vertrauen, besonders dem der Jüngsten.

Darum sind meine Texte Brunnengrabungsversuche - Leute, wir hatten hier doch irgendwo Grundwasser!

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